Über Veränderung und Zeit

Neulich habe ich in einem Podcast einen Satz gehört, der hängen geblieben ist:

“Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einer Woche erreichen können, und unterschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können.”

Eine kurze Recherche ergab, dass dieser Satz wahlweise Bill Gates, Tony Robbins oder einem anonymen Autor zugeschrieben wird. Auch die Zeiträume variieren. Mal ist von ein und zehn Jahren die Rede, mal von einem Tag und einem ganzen Leben. Mir gefällt die Variante mit einer Woche und einem Jahr am besten.

Wahrscheinlich haben wir alle Momente, in denen wir uns inspiriert fühlen, etwas in unserem Leben zu ändern. Das Problem dabei ist häufig, dass die ursprüngliche Inspiration selten länger als eine Woche anhält. Danach sehen wir uns meistens wieder verstärkt mit dem Teil von uns konfrontiert, der Veränderung grundsätzlich ablehnt. Leider ist dieser Teil von uns extrem gut darin, zu rationalisieren, d.h., scheinbar gute Gründe zu finden, warum sich die Veränderung, von der wir uns ein paar Tage zuvor so viel erhofft hatten, eigentlich doch nicht lohnt.

Es gibt nur eine Möglichkeit herauszufinden, ob es wirklich stimmt, dass wir die langfristigen Ergebnisse einer Veränderung nicht richtig einzuschätzen wissen. Wir müssen unser Urteil um mindestens ein Jahr verschieben und diese Veränderung während dieses ganzen Jahres praktizieren.